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SOL - evamar2

 EVAMAR II:


  • Evaluation der Maturitätsreform 1995 (EVAMAR)Phase II; Kurzbericht zuhanden der EDK und des SBF; Franz Eberle et al.; 2008 (4)

 

Das Reglement über die Anerkennung von gymnasialen Maturitätsausweisen (1995) MAR legt im Artikel 5 als zentrales Bildungsziel die allgemeine Hochschulreife fest, welche eine breite Allgemeinbildung, fachliche und überfachliche Kompetenzen sowie persönliche Reife umfasst.

Zur Erreichung diese Ziels wird den überfachlichen Kompetenzen ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Für EVAMAR II (4, S.5) wurden Dozierende nach Wissenslücken bei Studienanfängerinnen und -anfängern befragt. Auffallend viele Lücken werden in der Erstsprache (bei uns also Deutsch) und in Mathematik genannt. In der Erstsprache sind dies im Wesentlichen Komponenten der „Sprachbeherrschung“, und deren „Dürftigkeit“.

Die Dozierenden sollten in einer weiteren Frage auf einer siebenstufigen Skala einschätzen, für wie wichtig sie überfachliche Kompetenzen für das Verständnis und den erfolgreichen Besuch ihrer Veranstaltungen erachten. Alle vorgelegten Kompetenzen wurden als sehr wichtig bis mindestens „mittelwichtig“ bewertet, und zwar in folgender Reihenfolge:

  1. Selbstständiges Lernen,
  2. Verantwortung für eigenes Lernen und Arbeiten übernehmen,
  3. Selbstständiges Arbeiten,
  4. Kritisches Denken,
  5. Problemlösefähigkeit,
  6. Schriftliche Ausdrucksfähigkeit,
  7. Zeit effizient einteilen und Prioritäten setzen,
  8. Mit Belastungen umgehen,
  9. Hörverstehen im Zusammenhang mit Vorlesungen,
  10. Mündliche Ausdrucksfähigkeit,
  11. Umfangreiche Prüfungen vorbereiten,
  12. Entwickeln neuer Ideen,
  13. In kurzer Zeit viel Lernstoff verarbeiten,
  14. Recherchefähigkeit,
  15. Im Team arbeiten,
  16. Vor Publikum auftreten.

Im Weiteren konnten die befragten Dozierenden angeben, bei welchen dieser überfachlichen Kompetenzen sie Defizite feststellten. Am häufigsten genannt wurden die Folgenden:

  • Schriftliche Ausdrucksfähigkeit (42%),
  • Kritisches Denken (35%),
  • Selbstständiges Arbeiten (30%),
  • Selbstständiges Lernen (26%),
  • Mündliche Ausdrucksfähigkeit (21%),
  • Verantwortung für eigenes Lernen und Arbeiten übernehmen (20.6%).

Die wenigsten Nennungen erhielten: Vor Publikum auftreten (3%) und Im Team arbeiten (3%).

Interessant hierbei ist, dass das selbstständige Lernen als wichtig eingestuft wird, die Defizite darin aber offenbar in der Praxis nicht als so gravierend empfunden werden.

Im Zusammenhang mit der Teilrevision des MAR wurde von der dazu beauftragten Arbeitsgruppe (2006) beantragt (3; S.12):

Die Stellung der naturwissenschaftlichen und der geistes- und sozialwissen­schaftlichen Fächer zu verbessern, die Maturitätsarbeit mittels Benotung aufzu­werten sowie die Anwendung fächerübergreifender Arbeitsweisen sicherzustellen

 

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